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Massenweise Schneeglöckchen

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Der griechische Name für Schneeglöckchen ist Galanthus. Derzeit sind über 300 Arten bekannt. Die allgemein bekannte ist Nivalis. Ganze Teppiche aus Schneeglöckchen Novalis kann man während Januar und Februar in Großbritannien bestaunen. In Deutschland kommen nur noch an wenigen Standorten auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald wilde Schneeglöckchen vor.

In Großbritannien findet man Schneeglöckchen fast bei jeder Klosterruine und auf jedem Friedhof. Normannische Mönche pflanzten sie als Symbol von Reinheit, benutzen sie aber auch zu medizinischen Zwecken. Oft kann man Eisenhut, Pestwurzel und Mistel in der Nähe von Schneeglöckchen finden – allen werden Heilkräfte zugeschrieben.

Letzte Woche besuchte ich einen privaten Garten in New Arlesford (England). Dieser Garten ist dafür bekannt, dass er eine umfangreiche Kollektion an Schneeglöckchen vorweisen kann. Aufgrund des viel zu milden und feuchten Wetters der Tage zuvor hatte ich leider bereits die beste Blütenpracht verpasst. Nichtsdestotrotz kamen immer noch mehr Bündel durch die Erde hoch. Ich lernte, dass einige Typen bereits im Herbst und andere erst im März blühen. Schneeglöckchen sind heimisch in Nord- und Zentraleuropa, Griechenland, Türkei, Ukraine, Rumänien, Russland, Jordanien, Iran, Syrien, auf Sizilien (Italien), auf der Krim und in der Kaukasus-Region.

Sammler zahlen Höchstkurse für seltene Arten. Thompson & Morgan (eine in Ipswich, England, ansässige Samenfirma) ersteigerte gerade mit GBP 725 das teuerste Schneeglöckchen der Welt. Galanthus woronowii ‘Elisabeth Harrison’ hat ungewöhnliche gold-gelbe Fruchtknoten und gelbe Zeichnung auf den Blütenblättern. Eine Galanthus ‘Green Tear’ wurde letztes Jahr für GBP 360 verkauft. Wer hätte gedacht, das das Sammeln von Schneeglöckchen so kostspielig sein kann? Und wir reden hier von 1 (in Worten: EINER) kleinen Zwiebel.

Neben mir besuchten noch zwei passionierte Sammler den Garten. Botanische Namen flogen zwischen ihnen und dem Gastgeber hin und her. Meine Konversationsbeiträge beliefen sich da eher auf “Was für eine zierliche Blüte” oder “Was für unterschiedliche Blätter” und “Boah, ist die groß”. Ich bin eben kein Experte von Schneeglöckchen – oder von irgendeiner anderen Pflanze – aber ich schätze jegliche Art von Flora und Gartendesign.

Für fantastische, weite Flächen aus Schneeglöckchen in meiner näheren Umgebung wurde mir Welford Park in Berkshire (England) empfohlen. Nach meinen Recherchen auf der Webseite des National Trust scheint Angelesey Abbey in Cambridgeshire (England) der Renner zu sein. Von den dort über 300 wachsenden Arten wurden 20 vor Ort gefunden. Gewundene Pfade, Alleen und klassische Statuen im 46 Hektar großen Garten, gesprenkelt mit reichlich Schneeglöckchen – das klingt für mich nach guten Fotomotiven.

Mehr Informationen zu großartigen Schneeglöckchen-Ansammlungen in Großbritannien kann man auf den folgenden Webseiten (leider meist nur in Englisch) finden:
www.nationaltrust.org.uk
www.welfordpark.co.uk
www.ngs.org.uk

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